Die Narzissmusfalle von Reinhard Haller

Die Narzissmusfalle — auch das gehört zu uns. Andrea von Graszouw
Die "Narzissmusfalle" — auch das gehört zu uns

Die Narzissmusfalle von Reinhard Haller

Pflichtlektüre für jede Führungskraft — und warum

„Der Narzissmus ist nichts Schlechtes, das möchte ich gern vorwegnehmen. Wir alle brauchen ihn zur Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls, zum guten Durchsetzungsvermögen und zu guter sozialer Kompetenz, aber …“ — Reinhard Haller

Univ.-Prof. Prim. Dr. med. Reinhard Haller ist einer der renommiertesten Gerichtspsychiater Europas — immer wieder betraut mit der Begutachtung großer Kriminalfälle. In Die Narzissmusfalle bringt er diese Erfahrung zusammen mit jahrzehntelanger therapeutischer Praxis, um eine der wichtigsten Fragen unserer Arbeitswelt zu beantworten: Wie erkennt man einen Narzissten, was treibt ihn an — und wie schützt man sich?

Drei Fragen, eine klare Haltung

Haller verzichtet auf einfache Antworten — und genau das macht das Buch wertvoll. Narzissmus lässt sich nicht auf eine Ursache reduzieren. Es ist immer ein Zusammenspiel aus Veranlagung, Umständen und Verstärkung.

Bemerkenswert ist seine Selbstironie: Auch Narzissmus-Experten sind vor Narzissmus nicht geschützt. Theoretisches Wissen über Kränkungen zu haben, heißt nicht, sie bei sich selbst zu erkennen. Der blinde Fleck der eigenen Verletzlichkeit bleibt — bei jedem von uns.

Eine narzisstische Gesellschaft

Haller beschreibt eine Entwicklung, die heute deutlicher ist als je zuvor: Narzissmus verschiebt sich von der Ausnahme zur Norm. Was früher als Störung galt, wird zunehmend als Lebenshaltung akzeptiert — manchmal sogar bewundert.

Diese Verschiebung betrifft nicht nur Einzelpersonen. Sie verändert, was Organisationen für „gute Führung“ halten.

Vortrag Reinhard Haller: „Die Narzissmussfalle“

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Charisma ist nicht Narzissmus — der Unterschied entscheidet

Eine der wichtigsten Unterscheidungen des Buches: Der charismatische Manager und der narzisstische Manager werden häufig verwechselt — sie sind aber fundamental verschieden.

Der Charismatiker überzeugt durch Vision, Zielstrebigkeit und echte Begeisterungsfähigkeit. Er motiviert, weil er andere mitnimmt — nicht weil er sie braucht.

Der Narzisst wirkt zunächst ähnlich. Aber sein Antrieb ist ein anderer: Es geht ihm um die eigene Erhöhung, nicht um die Sache. Die anfängliche Begeisterung kippt mit der Zeit — in Vorwürfe, Anspruchshaltung, Entwertung. Mitarbeiter merken das. Sie distanzieren sich, gehen — oder kämpfen zurück.

Diese Unterscheidung zu treffen, bevor jemand eine Führungsposition übernimmt, ist eine der wichtigsten Aufgaben, die Gremien und Personalverantwortliche haben.

Was das für Sie bedeutet

Aus meiner eigenen Praxis weiß ich: Führungskräfte verändern sich mit zunehmendem Machtgewinn — oft mehr, als ihnen selbst bewusst ist. Viele mögen sich beim Blick in den Spiegel selbst nicht mehr. Das sagen sie nicht öffentlich. Aber sie spüren es.

Die Narzissmusfalle ist deshalb mehr als eine Buchempfehlung. Es ist ein Spiegel — für jeden, der Führung übernimmt, und für jeden, der mit Führung zu tun hat.

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